Perikularium

(Serie, 2018-2019)

 

​Die Arbeit "Perikularium" widmet sich dem Thema Insektensterben* und ist in Kooperation mit den Naturwissenschaftlichen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen entstanden. Dieses Kunstprojekt ist auch wissenschaftliche Dokumentation und stellt zugleich ein Zeitdokument dar. Zeichnungen von 29 Insekten, die in Österreich bzw. Tirol als ausgestorben oder stark gefährdet gelten, stehen in der Serie exemplarisch für das Artensterben. Mit feinen Pinseln und Bleistift wurden die Tiere einzeln in akkurater Detailarbeit originalgroß auf A5 Blätter gezeichnet. So erhält die mediale Horrorbotschaft vom Massensterben einen detaillierten, konkreten Bezug: Was man kennt, wird man vermissen.

Die Dekontextualisierung und Inszenierung der Insekten auf dem weißen Blatt verweist auf die Zukunft, in der bestenfalls Präparate in Museen an eine einst reiche, als selbstverständlich empfundene Tierwelt erinnern wird.

 

*Die Insektenhäufigkeit in Mitteleuropa nahm in den letzten 27 Jahren um über 75% ab. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kam eine 2017 veröffentlichte Langzeitstudie im deutschen Krefeld. Ein weltweites Phänomen. Laut Naturschutzbund nehmen in Österreich 14 000 der bislang bekannten Insekten im Bestand ab. Die Hauptgründe für das Sterben der artenreichsten Gruppe aller Lebewesen sind Vergiftung der Umwelt, Lebensraumverlust, Einschleppung exotischer Arten sowie Klimawandel. Besonders problematisch ist die industrielle Landwirtschaft. In Österreichischen Agrarwirtschaftsgebieten ist die Häufigkeit an Tagfaltern im letzten Jahrhundert auf 1 bis 0,5% geschrumpft.